Erinnern heißt Verantwortung übernehmen: KGS-Schüler*innen auf Studienfahrt in Auschwitz
Am 12.9. startete eine Gruppe von Schüler*innen des 13. Jahrgangs der KGS Moringen im Rahmen einer Studienfahrt der KZ-Gedenkstätte Moringen nach Oswieczim in Polen, um die KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau zu besuchen.
Die Schüler*innen hatten sich insbesondere in einem Vorbereitungsseminar in der Bildungsstätte Hoher Hagen Ende August gründlich auf die Fahrt vorbereitet.
Eine Teilnehmerin berichtet, dass sie sich vor der Fahrt viele Gedanken über die Begegnung mit dem Ort der Gräueltaten der Nationalsozialisten gemacht habe: „Ich hatte keine Angst, aber Respekt davor.“ Das Programm war anspruchsvoll. Die Gruppe war 6 Tage vor Ort und besuchte mehrere ausgiebige Führungen und Workshops auf dem Gelände der ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz I und Auschwitz II. Im Gegensatz zu den regulären Tagesbesuchern der Gedenkstätte war es den Schüler*innen auch möglich, die Gelände auch noch einmal nach eigenen Interessenschwerpunkten und in eigenem Tempo aufzusuchen. Dabei erhielten sie auch die Gelegenheit, Orte zu erkunden, die nicht zur offiziellen Ausstellung gehören, zum Beispiel die Kunstsammlung mit in der Lagerzeit durch Häftlinge entstandenen Exponaten. An zwei Tagen beteiligte sich die Gruppe an Erhaltungsarbeiten in der Gedenkstätte. Als besonders beeindruckend wurde die Begegnung mit der Shoah-Überlebenden Nusia Horowitz an einem Nachmittag empfunden. In einem Gespräch mit der Gruppe berichtete sie von der Verfolgung ihrer Familie durch die Nazis und ihre Zeit in den KZ Plaszow und Auschwitz. Nusia Horowitz ist einer der letzten noch lebenden so genannten „Schindler-Juden“. Zum Abschluss der Zeit in Oswieczim veranstaltete die Gruppe eine selbst organisierte Gedenkfeier auf dem Gelände an einem der Orte, wo die zuvor ermordeten Häftlinge unter freiem Himmel verbrannt worden waren. Danach ging es noch für 2 Tage nach Krakau, um unter anderem das Schindler Museum und das jüdische Viertel Kasimierz zu besuchen.
Ein Teilnehmer fasste seine Erfahrungen in einer abschließenden Feedbackrunde folgendermaßen zusammen und erhielt die einhellige Zustimmung seiner Mitreisenden:
„Das war die bisher beeindruckendste Reise für mich. Was ich vor allem aus dieser Fahrt mitnehme, ist nicht nur Trauer um die Opfer, sondern auch die Verantwortung, die man hat, dass so etwas Grausames nicht vergessen wird und sich nicht wiederholt.“
Bereits zum zehnten Mal wurde Schüler*innen der KGS Moringen dieser besondere Besuch von diesem wohl bekanntesten Ort der nationalsozialistischen Verbrechen ermöglicht.
Geleitet wurde die Fahrt von Florian Heße-Weiß, Johanna Löber und Madita Hagen, der Mitarbeiterin der Gedenkstätte.


