Studienfahrt nach Auschwitz 2025
Text: HNA
Vom 30. August bis zum 6.September besuchten Schülerinnen und Schüler des 13. Jahrgangs der KGS Moringen im Rahmen einer Studienfahrt der KZ-Gedenkstätte Moringen die KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau.
Zuvor hatten sich die Teilnehmer*innen in einem Seminar in der Bildungsstätte Haus Hoher Hagen gründlich vorbereitet. Vor Ort erhielt die Gruppe ausführliche Führungen durch die ehemaligen Lager, besuchte Workshops, beteiligte sich an Erhaltungsarbeiten in der Gedenkstätte und erhielt sogar die Möglichkeit, im Lager angefertigte Kunstwerke zu besichtigen, die den Besucher*innen der regulären Ausstellung nicht zugänglich sind.
Die Teilnehmer*innen waren sich einig, dass das konkrete sinnliche Erfahren des Ortes die Auseinandersetzung verändert und bereichert: „Ich kannte Auschwitz von Bildern und aus Filmen, aber diese tatsächliche enorme Dimension der Lagergelände und die erschreckend effiziente Organisation dieser Todesfabrik sind mir erst hier klar geworden.“
Spontan ergab sich vor Ort die Möglichkeit, ein Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Nusia Horowitz zu führen, eine der letzten noch lebenden „Schindler-Juden“.
Nusia berichtete von ihrer Verfolgung, ihrer Zeit in den Konzentrationslagern Plaszow und Auschwitz und ihrer Rettung durch Oskar Schindler. Obwohl ihre Aussagen von einer Dolmetscherin ins Deutsche übersetzt werden musste, sorgte ihre lebendige Gestik und Mimik dafür, dass alle gebannt zuhörten. Eine Schülerin fasste das Erlebnis zusammen: „Das war der absolute Höhepunkt der Fahrt. Es ist unglaublich, dass Frau Horowitz eigentlich schon zweimal dafür ausgewählt worden war, in der Gaskammer getötet zu werden und hier nun mit uns reden kann. Wie sie es geschafft hat, nach dem ganzen erlebten Grauen weiterzuleben, ist einfach nur bewundernswert. Ich bin sehr dankbar für diese Begegnung.“
Am letzten Tag hielt die Gruppe eine selbstorganisierte Gedenkfeier auf dem Gelände des ehemaligen Vernichtungslagers Auschwitz Birkenau neben dem Krematorium V, an dem Ort, an dem viele Leichen unter freiem Himmel verbrannt wurden. Hierbei wurde u. a. auch namentlich der von Moringen nach Auschwitz deportierten Sinti und Roma gedacht.
Das war für alle ein guter Abschluss der Zeit in Auschwitz, denn es ging noch weiter für zwei Tage nach Krakau, wo die Jugendlichen u. a. das jüdischen Viertel Kasimierz und das Schindler-Museum besichtigten.
Auf der Gedenkfeier am 9.11. am Entenmarkt in Northeim und auch auf einer Veranstaltung am 27. Januar in Moringen werden die Jugendlichen von ihren Erfahrungen berichten.



